Das Hochamt am Hochfest unseres Ordensvaters, Kirchen-, Kloster- und Pfarrpatrons, des hl. Augustinus, stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Einfachen Profess unseres Mitbruders Frater Lucas Zec OSA.

 

Frater Lucas, der am Augustinusfest 2015 sein Noviziatsjahr begonnen hat, das er in unserem Augustinerkloster in Zwiesel (Bayer. Wald), aber auch in drei Klöstern der Deutschen Augustinerprovinz verbracht hatte, ist nun wieder nach Wien zurückgekehrt und legte im feierlichen Hochamt seine zeitlichen Ordensgelübde ab. Nach dem Einzug und der liturgischen Eröffnung folgte die Vorstellung und Erwählung des Professkandidaten. In der Predigt ging Regionalvikar P. Dominic nicht nur auf das Sonntags-Evangelium (Lukas 14,1.7-14) ein, das mit dem Thema der "Gastfreundschaft" gut zur Professfeier passte, sondern auch auf die drei evangelischen Räte (ehelose Keuschheit, Armut und Gehorsam), die der Mönch in der Profess verspricht, und hier konzentrierte er sich vor allem auf den evangelischen Rat der "ehelosen Keuschheit", deren Bedeutung er am Begriff "Jungfräulichkeit" als innerer Haltung eines Christen veranschaulichte: Auf das suchende und liebende Herz, das ganz auf Gott ausgerichtet ist, kommt es an – im Leben eines Ordensmannes, einer Ordensfrau, eben in der ehelosen Lebensform. Jungfräulichkeit könne verstanden werden als Freundschaftlichkeit "im wechselseitigen Sinn: sich von Gott als Freund/als Freundin betrachtet wissen – und als Freund/als Freundin mit Gott leben, mit ihm und seinem Jesus, mit Gottes Menschen und mit Gottes Welt" (Reinhard Körner).

 

Nachdem Frater Lucas im Anschluss an die Predigt öffentlich seine Bereitschaft zu einem Leben nach den evangelischen Räten bekundet hat und ein Gebet über den Professkandidaten gesprochen wurde, legte er seine zeitliche Profess, zunächst für ein Jahr, in die Hand des Regionalvikars ab, der sie im Namen unseres Generalpriors in Rom annahm und bestätigte.

 

Anschließend segnete er den neuen schwarzen Habit (Ordensgewand) und überreichte Frater Lucas die Ordensregel, nach der dieser in Zukunft gemeinsam mit den Mitbrüdern leben wird. Zum Abschluss der Profess empfing der Neuprofesse den Friedensgruß von allen anwesenden Augustinern.

 

Nach dem Hochamt, das wie jedes Jahr viele Gläubige aus nah und fern mitfeierten, gab es bei einer Agape die Möglichkeit zur Begegnung, bei der die Mitfeiernden unserem Neuprofessen gratulieren konnten.